Alles Wissenswerte zur Gemeindevertretung

Wir haben hier die wichtigsten Fragen zur Gemeindevertretung und zur Wahl zusammengefasst. Sollten Sie eine Frage vermissen, so wenden Sie sich bitte an Kurator Böhmer, entweder telefonisch (0664 255 31 96) oder per Mail (kurator@evang-voitsberg.at)

Gemeindevertretung?

Die Evangelische Kirche ist demokratisch aufgebaut. In den Gemeinden arbeiten Pfarrer und Gemeindeglieder gleichberechtigt zusammen. Alle Personen, die eine Gemeinde bilden, entscheiden auf demokratischem Weg direkt oder durch die von ihnen gewählten Vertreterinnen und Vertreter über das, was in der Gemeinde geschieht. Das gilt in allen Bereichen. Nichts wird bei uns „von oben“ dekretiert. Nicht einmal die Zuteilung eines Pfarrers. Auch dieser wird gewählt und zwar von den Menschen, die mit dem Pfarrer „auskommen“ müssen: Den Mitgliedern der jeweiligen Pfarrgemeinde.

So geht es auch weiter. Der Superintendent (das nächste Mal im März 2018) wird ebenso wie der Bischof (das nächste Mal im Jahr 2019) auf demokratischem Wege gewählt. Und das, was man gemeinhin als „evangelische Meinung“ bezeichnet ist ebenfalls das Ergebnis eines demokratisches Prozesses in der Synode der Landeskirche. Das sind alles wesentliche Unterschiede zu unserer größe- ren und hierarchisch organisierten Schwesterkirche. Bemerkenswert ist dabei, dass der Aufau unserer Kirche nicht von oben nach unten erfolgt, sondern eher umgekehrt. Nicht die Landeskirche, dann die Supterintendenz und am Schluss die Ortsgemeinde, sondern ganz nach dem Vorbild des Apostels Paulus ist das Zentrum die jeweilige Ortsgemeinde.

Die beiden anderen „Gebietskörperschaften“ übernehmen gleichsam Aufgaben, die die Ortsgemeinde nicht idealerweise wahrnehmen kann. Das bedeutet aber auch, dass die Unabhängigkeit der Ortsgemeinde sehr groß ist. Das drückt sich dann in der bunten Vielfalt des Gemeindelebens aus. Jede Pfarrgemeinde ist anders, es gibt kaum zwei Gemeinden, in denen der Gottesdienst identisch gefeiert wird. Dies ermöglicht das Eingehen der Gemeinde auf die Gemeindeglieder und sorgt dafür, dass Kirche lokal „nah am Mann oder der Frau“ sein kann.

Das „Kraftzentrum“, Basis all dieser demokratischen Entscheidungen und sozusagen die Mutter der Evangelischen Kirche ist die Gemeindevertretung in den einzelnen Pfarrgemeinden. Sie wird „normalerweise“ im Herbst für sechs Jahre gewählt und beginnt ihre neue „Legislaturperiode“ im Jänner. Normalerweise deswegen, weil die aktuelle Gemeindevertretung wegen des Reformationsjubiläums nicht im Herbst 2017, sondern erst am 15. April 2018 gewählt wird. Die Gemeindevertretung ist dabei sozusagen der Nationalrat der Pfarrgemeinde. Sie wählt aus ihrer Mitte die Presbyter, also die „Regierung“. Und diese wiederum wählt aus ihrer Mitte die Leitung der Gemeinde, also Kurator, Schatzmeister und Schriftführer, die „Minister“. Dem Bundeskanzler gleich ist das kollegiale Führungsteam bestehend aus Pfarrer und Kurator. Im April 2018 wird also auch die Gemeindevertretung unserer Gemeinde gewählt. Durch diese Wahl wird auch eine Richtungsentscheidung getroffen, denn die neuen Gemeindevertreter werden dann für sechs Jahre (diesmal allerdings nur für 5 1/2 Jahre) die Geschicke der Gemeinde mitbestimmen und die Ausrichtung für die mittelbare Zukunft entscheiden.

Wer ist wahlberechtigt (aktiv), darf also wählen?

Aktiv wahlberechtigt (also dürfen wählen) sind alle Evangelischen,

  • die am Wahltag das 14. Lebensjahr vollendet haben, sofern sie konfirmiert sind;
  • sonst: die am Wahltag das 18. Lebensjahr vollendet haben und
  • nicht vom Wahlrecht ausgeschlossen sind.

Das PRESBYTERIUM kann ein Gemeindemitglied vom Wahlrecht mit Bescheid ausschließen, wenn sie oder er

  • durch friedens- und ordnungsstörendes Verhalten grobes Ärgernis in der Gemeinde hervorruft;
  • Wahlbestechung beging oder sich hat Wahlumtriebe zuschulden kommen lassen;
  • die rechtsgeschäftliche Handlungsfähigkeit verliert und deswegen unter Sachwalterschaft gestellt wird.

Stichtag: Wer am 15.4.2018 das 14. bzw. 18. Lebensjahr (also Geburtstag bis 15.4.2004 bzw. 15.4.2000) vollendet hat, ist bei der Gemeindevertretungswahl wahlberechtigt und ins Wählerverzeichnis aufzunehmen.

Wer ist passiv wahlberechtigt (kann kandidieren und gewählt werden)?

Passiv wahlberechtigt (= wählbar) sind Gemeindemitglieder, die

  • 18 Jahre alt sind;
  • (aktiv) wahlberechtigt und nicht vom Wahlrecht ausgeschlossen oder ausgenommen sind;
  • die für die der Wahl vorausgehenden Kalenderjahre rechtskräftig vorgeschriebenen Kirchenbeiträge zahlten.

Darüber hinaus sollen sie konfirmiert, durch ihre Betätigung kirchlichen Sinnes und durch ihre Kenntnisse und Erfahrungen für das zu besetzende Amt fähig und würdig sein.

Stichtag: Wer am 15.4.2018 das 14. bzw. 18. Lebensjahr (also Geburtstag bis 15.4.2004 bzw. 15.4.2000) vollendet hat, ist bei der Gemeindevertretungswahl wahlberechtigt und ins Wählerverzeichnis aufzunehmen.

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